„…trotzdem JA zum Leben sagen!“
Warum Sinn trägt – auch (und gerade) in schwierigen Zeiten
Ende Januar erinnern wir an die Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Ein Gedenktag, der innehalten lässt. Mich zumindest lässt er jedes Jahr innehalten. Denn er führt uns an einen Punkt, an dem sich eine grundlegende Frage stellt:
Was gibt dem Leben Halt, wenn fast alles wegbricht?
Ein Mensch, der darauf eine leise, aber kraftvolle Antwort gefunden hat, ist Viktor E. Frankl – Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse. Psychiater, Neurologe, Jude – und Überlebender mehrerer Konzentrationslager. Sein bekanntester Satz begleitet auch meine Arbeit bis heute:
„…trotzdem JA zum Leben sagen!“
"Ein Gedanke, der nicht aus dem Lehrbuch stammt"
Frankl formulierte diesen Gedanken nicht, um zu trösten, sondern aus eigener Erfahrung mit Verlust, Leid und existenzieller Bedrohung. Er beobachtete, dass Menschen, die einen Sinn sahen – einen Menschen, eine Aufgabe oder eine innere Haltung – oft mehr Kraft hatten, weiterzuleben. Die Logotherapie hatte er bereits zuvor entwickelt; die Erfahrungen in den Konzentrationslagern bestätigten und bewährten seine Annahmen unter extremen Bedingungen.
Was Logotherapie für mich bedeutet – eine sinnorientierte Haltung
In meiner Arbeit geht es nicht darum, Probleme schönzureden oder Leid zu relativieren. Logotherapie stellt eine andere, sehr menschliche Frage: Wofür lohnt es sich, weiterzugehen – gerade jetzt?
Sinn zeigt sich nicht nur in großen Lebenszielen. Er steckt oft im Konkreten:
- in dem, was wir tun und verantworten
- in Beziehungen und Begegnungen
- und in der Haltung, die wir zu dem einnehmen, was wir nicht ändern können
Genau hier kann die sinnorientierte Perspektive neue Orientierung eröffnen.
„Warum Viktor Frankl und Logotherapie heute so aktuell sind“
Wir leben in einer Zeit voller Möglichkeiten – und gleichzeitig voller Erschöpfung. Sinnmangel zeigt sich heute oft leise: als innere Unruhe, Burnout, Sinnkrise oder das Gefühl, am eigenen Leben vorbeizuleben.
Frankl erinnert uns daran, dass das Leben uns immer wieder Fragen stellt. Und dass wir antworten – durch unser Handeln, unser Lassen und unsere Haltung.
Eine persönliche Einladung
Das Buch „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ ist kein leichter, aber ein ehrlicher Stoff. Anhand von Viktor Frankls Erinnerungen zeigt es, dass selbst an Orten größter Unmenschlichkeit ein Sinn im Leben möglich ist. Die Schilderungen wollen weder Mitleid noch Anklage hervorrufen, sondern Kraft zum Leben geben.
Wenn Sie spüren, dass Sie sich mit Sinnfragen beschäftigen möchten – für sich selbst oder in einer logotherapeutischen Begleitung –, kann dieses Buch ein guter Anfang sein. Manchmal auch ein Türöffner für den nächsten Schritt. In einer logotherapeutischen Begleitung geht es nicht um fertige Antworten, sondern um ein gemeinsames, achtsames Erkunden dessen, was im eigenen Leben Sinn trägt.
Buchempfehlung:
📘 Viktor E. Frankl – „…trotzdem JA zum Leben sagen“ - ISBN 978-3-328-10277-9 - PENGUIN Verlag - 12,00 €
Ein zeitloses Buch über Sinn, innere Freiheit und die Möglichkeit, dem Leben zu antworten.
Neues Projekt „Zeit zum Wachsen“
Impulse für Eltern und Erziehende
Wir starten in diesem Jahr ein ganz besonderes gemeinsames Projekt: „Zeit zum Wachsen“ – eine Initiative von Livia Sold (Wahlfisch-Coaching) & Torsten Strobel. Wir freuen uns sehr, unser Wissen und unsere Erfahrungen aus dem Erziehungsalltag zu teilen und gemeinsam neue Wege zu entdecken, die den Alltag mit Kindern wieder leichter machen.
Für wen ist „Zeit zum Wachsen“ gedacht?
- Für Eltern von herausfordernden Kindern
- Alleinerziehende
- Alle, die sich für Austausch, neue Impulse und praktische Hilfestellungen im Erziehungsalltag interessieren
Das erwartet Sie:
- Eltern im Austausch: In der Gruppe eigene Erfahrungen teilen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen finden.
- Für den Erziehungsalltag: Pädagogische, kommunikative und psychologische Impulse – kompakt, konkret und verständlich.
- Eltern-Coaching: Individuelle Begleitung – für alle Themen, die im 1:1-Kontakt besprochen werden möchten.
Unser Ansatz: Gemeinsam unterwegs – Wege finden, die wieder funktionieren – mit Verständnis, Herz und neuen Ideen.
Starttermin & Ort:
- Montag, 09.02.2026 - von 19.30 - 21.00 Uhr
- Folgetermine: 09.03. / 13.04. / 11.05. / 08.06. / 13.07.
- Daimlerstraße 6, 61449 Steinbach (Taunus) - Treffpunkt ist jeweils im Foyer des Gebäudes.
- Die Kosten betragen für den gesamten Zeitraum 90 Euro pro angemeldeter Person, für Eltern-Paare 150 Euro. Das Angebot findet statt, wenn mindestens fünf Anmeldungen beim Gruppenstart vorliegen. Die Höchstteilnehmerzahl beträgt zehn Personen. Für Eltern, die nicht in der der Lage sind, die Kosten einer Teilnahme zu tragen, können evtl. andere Lösungen gefunden werden.
- Sprechen Sie uns an!
Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln!
Kontakt & Anmeldung:
- Website: www.wahlfisch-coaching.de
- E-Mail: info@wahlfisch-coaching.de
- Telefon: 0174 16 26 345

Vorsätze – warum sie oft scheitern und wie Sinn sie ersetzt
Neujahr 2026
Wir alle kennen sie: die guten Vorsätze. Mehr Sport, gesünder essen, geduldiger sein. Doch schon nach wenigen Wochen sind viele Vorsätze wieder vergessen. Warum ist das so?
Aus der Sicht der Logotherapie liegt das Problem selten in mangelnder Disziplin, sondern darin, dass Vorsätze oft auf Zielen beruhen, die von außen vorgegeben oder zu abstrakt sind. Ein Mensch, der innerlich keinen Sinn darin sieht, bleibt motiviert nur kurz. Frankl spricht hier von der Bedeutung des sinnorientierten Handelns: Menschen entfalten ihr Potenzial, wenn sie einen tieferen Sinn in ihrem Tun erkennen.
Warum Vorsätze scheitern
Sie basieren oft auf Druck und Vergleich („Ich muss…“) statt auf eigener Bedeutung.
Sie fokussieren auf Vermeidung („Ich will nicht mehr…“) statt auf positive, sinnvolle Handlung.
Sie setzen auf Selbstdisziplin allein, ohne die innere Motivation zu berücksichtigen.
Alternative: Sinngetriebene Impulse
Anstelle von Vorsätzen kann man sich kleine, sinnvolle Schritte setzen, die sich direkt an eigenen Werten orientieren:
Statt „Ich muss mehr Sport machen“ → „Ich möchte Zeit in Bewegung verbringen, um Körper und Geist bewusst zu spüren“
Statt „Ich darf nicht mehr ungeduldig sein“ → „Ich möchte meinen Kindern und mir selbst mehr Aufmerksamkeit schenken“
Statt „Ich will gesünder essen“ → „Ich möchte meinem Körper Nahrung geben, die mir Energie und Freude schenkt“
Die Idee: Sinn motiviert langfristig, während bloße Disziplin schnell erschöpft. Wer sein Handeln an eigenen Werten und Zielen ausrichtet, findet Motivation, die auch in stressigen Alltagssituationen trägt.
Impuls für den Alltag
Setzen Sie heute einen Sinn-Mikroschritt:
Fragen Sie sich: „Was ist mir wirklich wichtig in dieser Woche?“
Formulieren Sie eine konkrete Handlung, die dazu passt – klein, machbar, sinnstiftend.
Beobachten Sie, wie sich Motivation und Zufriedenheit ändern.
Vorsätze verschwinden, Sinn bleibt – und mit ihm die Kraft, wirklich etwas zu verändern.